Unterscheidung zwischen verstetigten Projekten und "jungen" Projekten

Der Beirat Jugendhilfe-Schule führt ein verändertes Antragsverfahren ein

17-10-13  

Seit nunmehr fast 15 Jahren fördert die Stadt Marburg über den Beirat Jugendhilfe-Schule die Durchführung konkreter Praxisprojekte in Kooperation von Jugendhilfeträgern und Schulen. Zielsetzung der Förderung war stets die Unterstützung von Kindern und Jugendlichen in ihren Bildungsverläufen und die Entwicklung konstruktiver und verbindlicher Kooperationsstrukturen zwischen den Partnern aus Jugendhilfe und Schule.

Insgesamt wurden mittlerweile nahezu 450 Projekte mit einem jährlichen Fördervolumen von durchschnittlich 65.000,00 Euro gefördert. 19 Jugendhilfeträger und 20 Schulen haben sich in diesem Zeitraum miteinander in unterschiedlichen Projektbezügen auf den Weg der Kooperation begeben.

Seit über 5 Jahren zeichnet sich mittlerweile dahingehend eine Entwicklung ab, dass zunehmend mehr Projekte sich verstetigen, d.h. ihren selbstverständlichen Platz im Schulalltag gefunden haben und regelmäßig, jedes Jahr mit neuen Zielgruppen durchgeführt werden. Diese Entwicklung ist einerseits zu begrüßen, führt jedoch dazu, dass weniger Spielraum für die Entwicklung innovativer Projektansätze bleibt. Die erforderlichen Ressourcen zur Entwicklung neuer Projekte, wie Zeit und Lust am Ausprobieren und Kreativität, sind auf Seiten der Kooperationspartner durch die bestehende Praxis gebunden. Auch werden momentan nahezu 90 % der Fördermittel für die Förderung verstetigter Projekte verausgabt, so dass die finanziellen Spielräume für neue Projektformate extrem begrenzt sind. Dieser Entwicklung möchte der Beirat ab dem kommenden Jahr entgegen steuern und neue Akzente setzen, ohne dabei die Durchführung bewährter und gewachsener Kooperationspraxis zu gefährden

Deshalb sollen zukünftig alle Projekte, die seit mindestens 5 Jahren regelmäßig durchgeführt werden, vorerst eine jährliche Bezuschussung in Höhe von 80 % der durchschnittlichen Antragssummen aus den beiden letzen Schuljahren erhalten. Hierfür wird es ein modifiziertes Antragsverfahren für das gesamte Jahr 2014 geben.

Innovative und jüngere Projekte werden, vorbehaltlich einer Eigenbeteiligung der Schulen, weiterhin zu 100 % der anfallenden Projektkosten gefördert. Zur Anregung neuer Projektideen werden Schwerpunktthemen seitens des Beirats vorgeschlagen, die für einen Förderzeitraum von 3 Jahren besondere Berücksichtigung finden sollen. Interessierte JH-Träger und Schulen werden hierzu intensiv über die Servicestelle Jugendhilfe-Schule beraten.

Die Schwerpunktthemen für die Jahre 2014 bis 2017 können u. A. sein:

·        Kooperation mit Eltern / Elternarbeit

·        Übergänge begleiten und gestalten (mit besonderem Fokus auf den Übergang von den Grundschulen auf die weiterführenden Schulen)

Mit einer gesonderten Informationsveranstaltung für alle Jugendhilfeträger und Schulen in Marburg informierte der Beirat Jugendhilfe-Schule am 1. Oktober 2013 über die Entwicklungen in der Kooperation von Jugendhilfe und Schule in Marburg in den letzten Jahren, mit besonderem Blick auf die Verstetigung vieler bewährter Praxisprojekte. Gleichzeitig erhielten die Teilnehmenden detaillierte Informationen zu dem veränderten Antragsverfahren, sowohl im Hinblick auf Ihre „verstetigten“ Projekte als auch in Bezug auf die Entwicklung und Durchführung neuer Projektformate.

Hier finden Sie Informationen über die Veranstaltung. Die aktuellen Forumulare sind in der Rubrik "Unser Service / Formulare" für Sie eingestellt.